Erstellt am 28. Jan. 2026 Gemeinde: Haren
Glanzvoller Auftakt der Harener Orgeltage 2026
Mit einem festlichen Konzert eröffneten die Harener Orgeltage 2026 im St.-Martinus-Dom Haren das neue Jahr. Unter dem Motto „Wenn Trompeten und Orgel das Neue Jahr begrüßen“ musizierte ein Trompetentrio bestehend aus Elvira Labeth, Jan Erik Bredehorst und Imke Howie gemeinsam mit Organist Udo Honnigfort an der Orgel.
Trotz widriger Wetterbedingungen mit Glatteis und Regen fanden zahlreiche Besucher den Weg in den Dom – und dürften ihr Kommen nicht bereut haben. Zu Beginn des Konzertes wurden die Konzertbesucher vom Kirchenmusiker an St. Martinus Haren Tom Jänen begrüßt und nach Ausführungen zum Programm und einem Hinweis auf die folgenden Konzerte der Harener Orgeltage 2026 auch darüber informiert, dass der Trompeter Thomas Gerlach, der über viele Jahre hinweg ein enger musikalischer Wegbegleiter von Udo Honnigfort auch bei den Harener Orgeltagen war, im November 2025 plötzlich verstorben ist. In stillem Gedenken wurde an sein langjähriges Wirken erinnert.
In einem rund einstündigen Konzert entfaltete sich dann ein eindrucksvolles musikalisches Programm, das Werke aus Barock, Romantik und Moderne umfasste und das Publikum durch seine stilistische Vielfalt fesselte.
Den Schwerpunkt bildete die Barockmusik. Kompositionen von Dietrich Buxtehude, Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel und Henry Purcell wurden brillant und mit großer Ausdruckskraft dargeboten. Barocke Trompetenmusik hat einen ganz eigenen Glanz. Kurz gesagt: prunkvoll, virtuos, festlich – und technisch anspruchsvoll. Ein bisschen Hof, ein bisschen Kirche, viel Strahlkraft. Ergänzt wurde das Programm durch Werke der Moderne, darunter der "Alte Hirtenpsalm" von Oskar Lindberg (1887–1955). Diese ruhige und eindrucksvolle Komposition für Solotrompete und Orgel überzeugte durch ihre einfühlsame Interpretation. Mit dem "Concertino in drei Sätzen" von Hermann Regner (1929–2008) erklang zudem ein Werk, das bewusst mit traditionellen Hörgewohnheiten bricht.
Auch die Orgel als Soloinstrument kam zur Geltung: Udo Honnigfort spielte das barocke Präludium in D-Dur von Johann Sebastian Bach sowie das romantische Orgelwerk Boléro de Concert von Louis J. Alfred Lefébure-Wély (1817–1869). Der „Boléro de concert“ ist ein echtes Show-Stück. Kurz gesagt: brillant, theatralisch, effektvoll und typisch französische Romantik fürs Konzertpublikum. Honnigfort spielte die Stücke perfekt und geschickt in der Registrierung.
Das Programm veranschaulichte die großen Unterschiede der musikalischen Epochen eindrucksvoll: Während der Barock für Ordnung und formale Klarheit steht, verkörpert die Romantik Gefühl und Freiheit. Die Musik der Moderne hingegen – insbesondere in der Komposition Regners – sprengt bewusst Regeln, stellt Harmonie infrage und fordert das Ohr der Zuhörer heraus.
Nach dem letzten Ton dankte das Publikum den Musikerinnen und Musikern mit minutenlangem Applaus. Als Zugabe erklang schließlich ein weiteres eindrucksvolles Werk: "Threesome" des amerikanischen Komponisten John F. Huber für drei Trompeten und Orgel – ein würdiger Abschluss eines bewegenden und zugleich festlichen Konzertauftakts der Harener Orgeltage 2026.
Harald Steinborn